Vivièn berichtet von Ihrer Ausbildung zur Hörakustikerin

Was hat man alles zu tun in der Ausbildung zur Hörakustikerin?
Zunächst stelle ich mich einmal vor, mein Name ist Vivi, ich bin 16 Jahre Alt und seit dem 01.08.2018 hier im Betrieb als Auszubildene tätig, das sind jetzt ungefähr 3 Monate. Und hier versuche ich Ihnen einen kleinen Einblick der Anfangszeit einer Auszubildenen zu schildern.

In den ersten paar Tagen habe ich die Mitarbeiter kennengelernt. Leider konnte ich anfangs noch nicht so behilflich sein wie ich es gerne wollte, den ich wusste nicht genau was ich hätte tun können. Die Antwort darauf was man die ersten Tage tun kann ist ganz einfach, nichts. Den da man nicht genau weiß wie alles geht und funktioniert heißt es in der ersten Zeit; zugucken und lernen.

Nach kurzer Zeit habe ich Angefangen die Hörgeräte von Kunden sauber zu machen und natürlich auch die dazu gehörigen Otoplastiken, wenn vorhanden. Danach ging es weiter, ich habe Lieferscheine, Retourenscheine und Rechnungen in die dazugehörigen Ordner sortiert. Was noch sehr wichtig ist, viel zugucken bei Anpassungen sowie Kundengesprächen, den dort lernt man nun mal am meisten. Der Umgang mit Kunden fliegt einem nicht einfach so zu, man lernt viel wie der Verlauf bei einer Anpassung oder einem Kundengespräch ist.

Mich hatte es sehr überrascht wie viele Kunden sich unseren Mitarbeitern öffnen, das ist sehr schön mit anzusehen, zwar manchmal etwas traurig da die meisten Geschichten nicht so fröhlich sind aber zum anderen erfreut es einen dass die Kunden sich bei uns so wohl fühlen und sie sich nicht verstecken brauchen, das hatte mich sehr positiv überrascht.

Was ich noch so am Anfang gemacht habe ist Batterien verkauft und die Kunden mit Kaffee und oder Wasser bedient, das macht mir aber nichts aus, denn es ist ja auch eine Art der Höflichkeit. Wir wollen dem Kunden ja nur das Beste und deshalb sollen Sie sich bei uns wohl fühlen. Zudem macht es Spaß den Kunden ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Und auch wenn es nur das Hörgeräte sauber machen ist; Sie wären überrascht wie viele nachfragen ob es etwas kostet und wenn man sagt: ,,nichts, nichts das ist alles Service bei uns.“ Wie sie sich freuen, da freut man sich gleich mit. Und dafür müssten wir uns eigentlich bei unseren Kunden bedanken den wenn Sie uns ein Lächeln schenken sieht unser Tag auch gleich viel heller aus. Es ist ein Geben und Nehmen; wir versuchen ihnen wie vorhin erwähnt mit einem Service, Kaffee oder Wasser etwas Gutes zu tun und Sie schenken uns dafür ein wunderschönes Lächeln.

So jetzt aber weiter im Text: Wo man leider nicht drum rum kommt ist der Müll, jeden Abend wird überall der Müll eingesammelt und in den Keller gebracht. Heißt vorne im Laden, hinten in der Werkstatt und oben in den Anpassräumen. Das ist eine Sache von 8 min. also das ist auch nicht die Welt. Was noch dazu gehört ist das Geschirr…  immer in die Spülmaschine tun, wenn voll natürlich anmachen, und später wieder bereit stellen.
Wo ich Spaß habe: z.B. die Schaufenster dekorieren oder am Fräsen, ach genau wo ich es grade erwähne, ich durfte auch schon eigene Otoplastiken fräsen, zwar noch keine für unsere Kunden, da man es natürlich erst lernen muss und ein Gefühl dafür bekommen sollte aber dennoch macht es sehr viel Spaß. Im Moment mache ich auch ein paar Otoplastiken für einige Mitarbeiter von uns, das ist sehr schön als Übung und es macht tierisch Spaß sich anzugucken: ,,ja wie sitzt es im Ohr?“; ,,Ah hier könnte ich noch etwas wegnehmen.“ Das ist schon eine witzige Sache, als ich dann fertig mit einer Otoplastik war hatte ich sie mit Nagellack angemalt und noch einmal mit einem anderen Lack überlackiert, für den krönenden Abschluss hatte ich noch drei Strasssteine angebracht.

Übrigens da hier grade die Sprache von Nagellack war, ein kleiner Tipp für die Frauen unter euch, es ist keine schlaue Idee Nagellack in der Arbeit zu tragen, zumindest normalen, Gel Nagellack ist kein Problem. Aber der Normale geht leider schnell ab musste ich selbst feststellen da, das Zeug mit dem wir die Hörgeräte sauber machen wirkt so wie Nagellackentferner und das heißt mit normalen Nagellack könnt ihr eure Nägel jeden Tag neu lackieren.

Was ich später auch gelernt habe ist es die Schläuche in die Otoplastiken einzuziehen. Denn das ist eine Sache die man so gut wie jeden Tag und auch mehrmals am Tag macht, (vorab es ist eigentlich ziemlich einfach). Was ich noch gelernt habe sind die Otoplastiken/Rohlinge zu gießen, da wir die hier selber gießen hatte ich die Chance zuzugucken und jetzt kann ich es schon ganz alleine, ich kann es nicht nur, nein, ich darf es alleine machen und ja auch für die Kunden. Was braucht man dafür? Genau ein Abdruck vom Gehörgang, diesen Ohr-Abdruck machen die Mitarbeiter auch bei den Kundengesprächen, man macht Abdrücke für neue Otoplastiken diese werden Gebraucht wenn es entweder ein neuer Kunde ist oder wenn seine alte nicht mehr passt (da das Ohr immer wächst und sich immer verändert ist es nichts ungewöhnliches). Bisher durfte ich einmal bei einem Kunden selbst einen Abdruck nehmen ich war wirklich sehr aufgeregt, den davor hatte ich nur zwei mal einen Abdruck genommen. Aber es hat wirklich Spaß gemacht, zum Glück war der Kunde auch sehr lieb und geduldig.

Was ich noch nicht erwähnt hatte ist das ich Morgens alles soweit fertig machen muss das bedeutet alle Computer an, einmal Fenster auf zum durchlüften, Schild und Matte vor die Tür und U-Bad einmal sauber machen, einmal durch den Laden saugen, das wären so grob die Aufgaben für Morgens (geht aber alles ziemlich schnell).

Ich hoffe ich konnte ihnen einen kleinen Einblick in meine Sicht zum Anfang der Ausbildung als Hörakustikerin ermöglichen, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Achso… ich suche noch Leute bei denen ich einen Hörtest üben kann. Meldet Euch gerne bei SIEG Tel.: 05221 53768 und fragt nach einem Hörtest bei Vivièn.