Ein oder Zwei Hörgeräte?
Eine oft gestellte Frage ist: Muss ich zwei Hörgeräte haben oder reicht eins?
Hier hole ich gerne für die Antwort etwas aus.
Die Ohren hören nicht, sondern geben durch Schall hervorgerufene elektrische Impulse an das Gehirn weiter.
Wenn der Impuls vom rechten Ohr schneller und stärker beim Gehrin ankommt als der Impuls vom linken, hört das Gehirn ein Geräusch von rechts. Im umgekehrten Fall von links.
Wird von beiden Ohren ein gleichstarker Impuls – zur selben Zeit – geschickt, wird das Geräusch von vorne/hinten gehört. Um vorne und hinten unterscheiden zu können, muss das Gehirn den Klang analysieren, klingt es heller – kommt der Schall von vorne, klingt es „matschiger“ kommt der Schall von hinten.
Durch viele Verknüpfungen im Gehirn sind also beide Ohren miteinander verbunden, damit das Hören ein Gesamtbild der Umgebung abgibt.
Dass heisst also, wenn jemand auf beiden Ohren eine eingeschränkte Wahrnehmung hat, sollten auch beide Ohren mit Hörgeräten versorgt werden, damit die Verknüpfungen im Gehirn ein „natürliches“ Hören ermöglichen. Durch Zusatzfunktionen wie RealEarSound oder auch Pinnaeffekt genannt, kann das Raumklangbild ebenfalls vorne und hinten abdecken.
Ganz kurz gesagt:
- Wenn beide Ohren nicht gut sind, nehmen Sie zwei Hörgeräte.
- Wenn ein Ohr schlecht ist und das andere gut, nehmen Sie ein Hörgerät.
- Wenn ein Ohr taub ist und ein Ohr schlecht, versuchen Sie es mit einer Cros Versorgung.
Seit 1993 arbeite ich in der Hörgeräteakustik. Seit 2000 als Meister und seit 2007 als Geschäftsführer. Dozententätigkeit in Lübeck, an der Akademie für Hörakustik und Mitarbeit bei den Zwischen- und Gesellenprüfungen verbinden mich mit meinem Beruf.
Ein Hörgerät ist immer nur so gut wie die Fähigkeit des Akustikers.
Wie gut der Akustiker jedoch seine Fähigkeiten ausspielen kann, legt die Technik des Hörgerätes fest.
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Ebenfalls tätig als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger im Hörakustik-Handwerk, durch die HWK OWL zu Bielefeld. https://sv.eickmann.de
Das Buch: „Ohne Gottes Wort wird der Mensch zum Objekt“ habe ich unabhängig von meiner Arbeit geschrieben. Sie finden es unter https://eickmann.de
